Karfreitag

Wer kann ermessen, wie tief menschliches Leid geht? Hilflos stehen wir manchmal davor. 

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Wer so schreit, fühlt sich ganz allein. Doch Gott weicht dem tiefsten Leid nicht aus.In Jesus begibt Gott sich selbst ohne  Kompromisse in die Verzweiflung.

Verraten, verspottet, gefoltert und schließlich am Kreuz hingerichtet. Er ist den Menschen im Leiden nah. Zeichen dafür ist das Kreuz, das Himmel und Erde verbindet.

 Gebet

Gott, Wochen voller Unsicherheit und Sorge liegen hinter uns. 

Wir beklagen die Toten und die Geschwächten.

Wir beklagen die Vereinsamten und Hilflosen. 

Wir beklagen die Hoffnungslosen und Verstörten.

Erbarme dich, Gott.  

Vor deinem Kreuz 

stehen wir und hoffen.

Dein Kreuz besiegt die grausame Finsternis.

Dein Kreuz besiegt die tödliche Macht.

Dein Kreuz besiegt den Tod.

 

Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht, 

ward zum Baum des Lebens und bringt gute Frucht.

Kyrie eleison, sieh wohin wir gehn. 

Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

Karfreitag fällt der Blick auf das Kreuz, 

auf das Leid des Menschen Jesu und das Leid der Menschen heute.  

Das Leid lässt einen manches Mal nur noch durchhalten und hoffen,

schweigen oder beten. 

Wollen wir Gott bitten, dass auf unsrer Fahrt

Friede unsre Herzen und die Welt bewahrt.

Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn.

Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

Karfreitag fällt der Blick auf das Kreuz.

Der Tod trifft manchmal unerwartet. Er ist real.

Der Tod nimmt manchmal alles – 

die Liebe, die Freundschaft, den Frieden, das Leben. 

Denn die Erde klagt uns an bei Tag und Nacht.

Doch der Himmel sagt uns: Alles ist vollbracht. 

Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn.

Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

Karfreitag fällt der Blick auf das Kreuz. 

Es durchkreuzt unsere Pläne und (er)fordert einen anderen Blick. 

Der Tod ist eine Zumutung und ist doch Teil unseres Leben. 

Doch der Tod hat nicht das letzte Wort. 

Hart auf deiner Schulter, lag das Kreuz, o Herr,

ward zum Baum des Lebens, ist von Früchten schwer.

Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn.

Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.